HOTELS IN TIMOR

Timor - die "Sandelholzinsel" im indonesischen Archipel


Spuren eines bunten Völkergemischs aus Holländern, Portugiesen und Südostasiaten

Christianisierung verursacht starken kulturellen Wandel


Die Insel Timor ist mit 33.850 km² die größte der Kleinen Sunda-Inseln und gehört politisch zu der indonesischen Provinz Nusa Tenggara Timur im Osten des indonesischen Archipels. Der Timor-Archipel, einschließlich Roti, ist der größte Archipel der östlichen kleinen Sunda-Inseln (Nusa Tenggara Timur). Die Insel ist zweigeteilt, in das indonesische Westtimor (Timor Barat) mit etwa 19.000 km² und zwei Dritteln der Bevölkerung und der von Indonesien unabhängigen Republik Osttimor . Die Insel Timor ist fast 500 km lang, aber nur 80 km breit und erstreckt sich in west-östlicher Richtung, wobei die Westspitze 150 km südlicher liegt als die Ostspitze. Timor ist die östlichste der Kleinen Sundainseln.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Insel von Japanern erobert und mit vielen Bomben belegt. Westtimor wurde indonesisch, Osttimor blieb bis 1975/76 portugiesisch. Indonesien erkannte die Unabhängigkeitserklärung Osttimors nicht an und besetzte den Osten.
Im Dezember 1975 überfiel Indonesien aus Furcht davor, dass eine im indonesischen Archipel gelegene Insel andere zur Rebellion anregen könnte, Osttimor und löste die Parteien auf. Lange setzte sich die Revolutionäre Front Fretilin zur Wehr, musste sich aber gegenüber einem mächtigen Gegner zurückziehen. Durch die Auswirkungen des 2. Weltkrieges und den erbarmungslosen Feldzug gegen die Fretilin wurde Osttimor stark verwüstet. Durch die Ausrottungskampagne der indonesischen Armee wurden fast 20% der Bevölkerung getötet. Seit 1989 dürfen Touristen die Insel wieder besuchenund erst nach jahrzehntelangem Krieg wurde Osttimor 2002 unabhängig.

Timor ist im zentralen Teil gebirgig (bis 2960 m hoch) und von Savanne bedeck. Der ursprünglich vorhandene Regenwald ist ganz verschwunden. Die großen Sandelholzbestände, für die Insel einst berühmt war, ist heute stark dezimiert. Glücklicherweise sind aber Wiederaufforstungsbemühungen der nationalen Regierungen in West- und Osttimor in Gang gekommen. Der trockene Charakter der Savannenlandschaft und die Unzuverlässigkeit der Monsunniederschläge erlauben keinen ausgedehnten Nassreisanbau. Lediglich in den Mündungsgebieten der größeren Flüsse, die eine künstliche Bewässerung zulassen, findet man ausgedehntere Reisfelder.

Hauptnahrungsmittel in den trockeneren Regionen ist der von den Portugiesen eingeführte Mais, der in Hausgärten in den Siedlungen im Brandrodungsfeldbau kultiviert wird. Trockenreis, der in der Vergangenheit ein bedeutenderes Grundnahrungsmittel gewesen sein muss, verschwindet heute aufgrund der knapper gewordenen Wasserreserven.

Die unterschiedlichen Kulturen Timors hängen ökonomisch von Nahrungsmitteln wie Mais, Reis und Süßkartoffeln ab. In den Hochlandregionen, welche beispielsweise die Makassae im Osten Osttimors besiedeln, dominieren Mais- den Reisanbau, bei den Tetun, die die Ebenen bewohnen, ist es umgekehrt. Dasselbe gilt für die domestizierten Tiere. Während Büffel und Schwein auf Timor überall gezüchtet werden, besitzt der Büffel zum Beispiel für die Makassae größere Bedeutung als das Schwein. In anderen Regionen, bei den Ost-Tetun beispielsweise, sind die Büffel von sekundärer wirtschaftlicher Bedeutung im Gegensatz zum Schwein. Andere Haustiere sind Hühner, Ziegen und Pferde.

Die kulturellen Traditionen der Timor-Kulturen zeichnen sich durch unterschiedliche soziale Institutionen aus. Die sozialen Organisationen der einzelnen Timor-Gesellschaften können matrilinear / uxorilokal oder patrilinear / patrilokal strukturiert sein. Heiraten und wirtschaftlich-rituelle Allianzen, die sich entlang der Organisationsstrukturen bilden, werden über die soziale Institution des sogenannten "Brautpreises" gesteuert, bei dem Frauen und Güter, die zwischen den sozialen Gruppen zirkulieren, immer in eine bestimmte Richtung fließen. Patrilineare und patrilokale Organisationen zeichen sich gegenüber matrilinearen und uxorilokalen durch eindrucksvolle Gütertransaktionen aus. In den meisten Kulturen Timors bestimmt die Vollständigkeit des übergebenen "Brautpreises" die Residenz des Ehepaares. Wird kein oder nur ein unzureichender "Brautpreis" gezahlt, wohnt der Ehemann in der Frauengeberlineage.

Die Atoin Meto repräsentieren wahrscheinlich die ursprüngliche Bevölkerung Timors. Durch Eindringlinge aus Westindonesien und Malaysia (Malakka), die von Larantuka (Flores) aus Timor erreichten, wurden sie aus ihren Siedlungsgebieten in Zentraltimor vertrieben. Durch die Landnahme einer überlegenen Kultur wurden die Atoin Meto immer weiter nach Westen abgedrängt. Trotz des Bekehrungseifers der Missionare seit dem 16. Jahrhundert, sind Erfolge der Christianisierung erst seit den letzten 50 Jahren zu verzeichnen. Seit dieser Zeit verursacht die Christianisierung einen starke kulturellen Wandel, der die traditionellen Glaubensvorstellungen zunehmend in den Untergrund verdrängt

Timor ist felsig und rauh mit Gipfeln in der zentralen Bergkette bisweilen über 2600 Meter. Diese vulkanische Bergkette mit dem Gunung Tata Mai in der Mitte halbiert die Insel Timor. Zeiten der Tockenheit und sintflutartiger Regengüsse (November bis März) wechseln einander ab. Während der nassen Saison werden die Täler meit überflutet. Auf der Insel sind aber biel mehr die trockeneren Regionen mit Eukalyptus und Akazien sowie ausgetrocknene Flussbette anzutreffen.

Die Provinzhauptstadt Kupang ist die wichtigste Stadt auf Westtimor. Seine Bewohner sind ein buntes Völkergemisch aus Südostasianten, Portugiesen und Holländern. Die Ureinwohner haben sich längst auf Inseln zurückgezogen, und so leben beispielsweise die Helong auf der Insel Demau, die sich zu einer populären Urlaubsdestination mit Sandstränden, heißen Quellen und vor allem auch Grillfesten entwickelt hat. Der Besucher kann schon einige Tage in der Stadt der Märkte und des Kunsthandwerks verweilen und auch an den Stränden Lasiana Beach und > entspannen. Leider sind die Sandelholzöl-Fabriken auf Grund der rigorosen Abholzung fast völlig verschwunden. Den Ort Baukau östlich von Dili (Kaffeeplantagen) wird der Gast wegen der einsamen Sandstrände schätzen lernen. Auf der angrenzenden Insel Roti begegnet der Besucher einer kuriosen Mischung aus reformiertem holländischen Protestantentum und dem ursprünglichen Animismus auf vielen religiösen Festen und Feierlichkeiten. Das doch verhältnismäßig gering besiedelte Timor kann aber auch mit einer großen Anzahl von Wildgebieten aufwarten.